Aktivitäten des 14. November in anderen, europäischen Ländern

Nicht nur in Spanien, Portugal und Italien kam es zu Streiks und Protesten. Vorallem in Frankreich und Belgien aber auch, beispielweise in den Niederlanden, Rumänien, Slovenien sowie Tschechien fanden Solidaritätsaktionen und größere Demonstrationen statt. Speziell in Frankreich und in Belgien war die Resonanz an diesem Tag sehr groß. Hier eine grobe Übersicht der größeren Aktivitäten am 14. November 2012.

Liege: Gut und gerne 1500 TeilneherInnen, wobei die Demonstration eher „spontan“ wirkt. (ohne Lauti usw.)

Video: https://www.youtube.com/watch?v=kHJbt4jNNw4

Brüssel: Hier waren mehrere Tausend Menschen dem Aufruf belgischer Gewerkschaften gefolgt, welche das Bild der Demo prägten.

Bild: http://www.lenouvelliste.ch/multimedia/images/img_traitees/2012/11/157138040_zoom945.jpg

Lyon: Mehrere tausend Menschen demonstrierten in Lyon an diesen Tag ebenfalls gegen die europäische Kürzungspolitik. Zu der (lt. lokaler Medien recht großen) Demo rief die große Gewerkschaft „CGT“ sowie lokale Occupy-AktivstInnen und AnarchosyndikalistInnen der Gewerkschaft „CNT“ auf.

Bild der Demo „von hinten“ auf einer der Rhone-Brücken: http://www.free-landz.fr/wp-content/uploads/2012/11/SANY0517.jpg

Paris: Großdemonstration der CGT mit Beteiligung weiterer Gewerkschaften sowie Occupygruppen und autonomer Gruppen. Es sollen so zwischen 30.000 und 50.000 Menschen gewesen sein, was, angesichts der Tatsache, dass es in Frankreich keinen akuten Streikaufruf gab, eine beeindruckend hohe Zahl ist. Trotz vereinzelter Provokationsversuche seitens der Polizei blieb es an diesem Tag ruhig.

Bild der Demo: http://cache.20minutes.fr/img/photos/20mn/2012-11/2012-11-14/article_manif-paris.jpg

Video (Anfang der Demo, die hier ein wenig wie ein „Jahrmarkt“ wirkt): https://www.youtube.com/watch?v=ld4YTW33M6Y

Montpellier: Mehrere hundert Menschen namen an einer spontanen, anarchistisch geprägten Solidemo teil. Video mit Sambabandstimmung: https://www.youtube.com/watch?v=IRGD42IYn_0

Bordeaux: Wohl 4-stellige Beteiligung auf einer Demonstration, die wohl von den „Solidaires“, einer Basisgewerkschaftsföderation, organisiert worden ist. Hier ein Video mit ein paar Zusammenschnitten von der Demo.

https://www.youtube.com/watch?v=gVq9HjPtPNQ

Metz: Hier waren mehr als 1.000 Leute auf der Straße, geprägt war die Demo vorallem von anarchosyndikalistischen- und Basisgewerkschaften (CNT, Solidaires etc.)
Hier ein Video mit Fotos: https://www.youtube.com/watch?v=Sa1_R0HdAXI

Dazu kommen Berichte von Demos und Aktionen aus weiteren, französischen Großstädten wie zb. Marseille, Nancy, Nantes usw. Genauere Zahlen ließen sich jedoch bislang nur schlecht recherchieren, in den meisten Großstädten waren es meistens auf den jeweiligen Demos um die 1000 Menschen.

In Athen demonstrierten an diesem Tag mehrere Tausend Menschen auf einer Solidemo mit den Generalstreiks in den anderen, südeuropäischen Ländern. Dabei sei erwähnt, dass es in Griechenland eine Woche zuvor einen 2-tägigen Generalstreik mit hoher Beteiligung (die zweitgrößte Mobilisierung in Griechenland in diesem Jahr, wobei anzumerken ist, dass es bereits diverse Demo-Mobilisierungen und Generalstreiks gegeben hat) sowie einer Demo in Athen mit über 200.000 Menschen gegeben hat. Dabei kam es, leider, zu massiver Polizeigewalt. Bei den Protesten zuvor wurde der 14. November oftmals auf Transparenten und Schildern in Form von Solidaritätsbekundungen erwähnt.

Video eines „ablaufenden“ Teils der riesigen Demonstration, später ist die Eskalation der Situation zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=CJXq6eecTfI

Berichte über weitere Aktionen gab/gibt es außerdem aus London (spontane, kleinere Demo aus dem Occupy-Umfeld), Kopenhagen (Soliaktionen vor Konsulaten), der Schweiz, Slovenien (wo es am 17. November lt. Medienberichten dann zu einer, folgenden, Großdemo gegen Kürzungspolitik mit über 30.000 Menschen kam), Schottland (mehrere hundert Menschen bei Solikundgebungen in Glasgow, Aberdeen und Edinburgh), Irland und einigen Hauptstädten Südamerikas (vor Konsulaten). Allgemein betrachtet war dieser 14. November 2012 vorallem ein „erster Versuch“ eines europaweiten „Zusammenstehens“ gegen Kürzungspolitik. In Spanien wird vom größten Generalstreik und den größten, politischen Demonstrationen seit Ende des faschistischen Regimes gesprochen. In Italien kam es nach dem sehr erfolgreichen Bildungsstreik im Laufe der folgenden Wochen zu weiteren Demos der SchülerInnen und Studierenden sowie zu vielen Schulbesetzungen. In Portugal zeigt sich die Stimmung immer aufgehzeizter und auch aus Frankreich und Belgien gibt es immer wieder Berichte über Proteste gegen Kürzungspakete.
Die großen Unterschiede in der Resonanz der Aktionen zeigen jedoch auch, dass es noch viel Arbeit bei der Vernetzung innerhalb Europas geben wird. Trotzdem ist für den März eine weitere, europaweite Mobilisierung geplant. Außerdem fanden, kurz vor dem 14. November einige, europaweite Vernetzungstreffen mit tausenden TeilneherInnen statt, zu erwähnen sei hier das „Firenze 10+10″-Treffen sowie das „Agora99″ in Madrid. Europaweite Mobilisierungen wie der 14. November werden sich in den kommenden Jahren sehr wahrscheinlich wiederholen, da im Moment nicht von einem grundlegenden, politischen Wandel der europäischen Verhältnisse auszugehen ist.